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Geschichte

St. Anna Kapelle - Weppersdorf

Im Jahre 1743 wütete in Weppersdorf und Umgebung eine Viehseuche solchen Ausmasses, dass sie als Strafe Gottes angesehen wurde. Durch Gebete und Buse und Anrufung der Heiligen Anna und des Heiligen Sebastians um Fürbitte bei Gott um dessen Gnade verschwand diese Seuche. Als Dank legten die Weppersdorfer Bürger das Gelübde ab, jedes Jahr zum Festtag der Heiligen Anna in einer Prozession zur St. Anna Kapelle nach Adelsdorf zu wallfahren.

Im Jahre 1885 stiftete der Weppersdorfer Bürger Adam Stillrich als Dank für Gottes Hilfe aus gefährlicher Krankheit die erste St. Anna Kapelle und übernah dabei die Kosten des Altares. Die Glocke kam aus Sterpersdorf, während die 14 Stationsbilder aus Röttenbach erstanden wurden. Sämtliche Baukosten wurden aus freiwilligen ´Gaben der Ortsgemeinde bestritten. Die Einweihung fand am 26. Juli 1885 statt.

Im Pfarrbuch von Adelsdorf findet sich folgender Eintrag:
1885 wurde die Capelle in Weppersdorf zu Ehren der hl. Mutter Anna erbaut und eingeweiht.

Im Jahre 1925 wurde auf einstimmigen Beschluss einer Bürgerversammlung und des damaligen Gemeinderates von Weppersdorf beschlossen, eine größere St.-Anna-Kapelle zu errichtet, erwies sich doch die St. Anna-Kapelle aus dem Jahre 1885 mittlerweile als zu klein, insbesondere bei den Schulgottesdiensten, die seit der Eröffnung einer Volkschule in Weppersdorf in der St. Anna-Kapelle abgehalten wurden. Die neue Kapelle wurde auf gemeindlichem Grund schräg gegenüber der alten Kapelle gebaut. Am 27.09.1925 erfolgt die Einweihung durch den damaligen Pfarrer der Pfarrei Adelsdorf, H. H. Geistl. Rat Anton Krümmer mit besonderer Genehmigung des Erzbischöflichen Ordinariats Bamberg und unter Assistenz der damaligen vier Geistlichen aus Weppersdorf (Geistl. Rat Friedrich Utz, Stadtpfarrer in Kronach, P. Laurentius Steger aus Volders bei Insbruck, P. Dr. Angelus Kupfer, späterer Abt vom Kloster Ettal und P. Dr. Pius Fischer, ebenfalls ein späterer Abt vom Kloster Ettal).

Unter Pfarrer Leo Friedrich wurde die Kapelle im Jahr 1970 renoviert und umgestaltet. Der Hochaltar wurde abgebaut und der Teil mit den Heiligenfiguren Anna, Maria, Joachim und Josef an der linken Seite des Chorbogens, der Tabernakel mit dem umgebauten und verkleinerten Altar an der rechten Seite neu angebracht. Im Chorraum wurde ein dem Volke zugewandter Zelebrationsaltar errichtet. Dahinter an der Wand wurde das restauriertes Kruzifix, das früher an der Außenwand über dem Eingang hing, angebracht. Außerdem wurden neue, modernere Kreuzwegstationen, gestaltet vom Bamberger Künstler Leitherer, angeschafft.

Seit Errichtung der 1. St. Anna-Kapelle im Jahre 1885 wird bis heute ununterbrochen jeden Dienstagabend die Anna-Andacht abgehalten und jeden 2. Donnerstag findet ein Gottesdienst statt.

Der alljährliche Höhepunkt ist das Patronatsfest, das Fest der hl. Anna und des hl. Joachim am 26. Juli, das aufgrund des Gelübdes aus dem Jahre 1743 seitdem ununterbrochen als Feiertag mit Festgottesdienst und anschl. Prozession am Vormittag und einer Sakramentsandacht am Nachmittag begangen wird.

Ein weiterer Höhepunkt ist das Kirchweihfest, das jeweils am 4. Sonntag im September, ebenfalls mit einem Festgottesdienst und einer Andacht begangen wird. Am 260. St. Anna-Tag, dem 26. Juli 2003, wurde in einem feierlichen Festgottesdienst die neue Orgel eingeweiht.

Die oben angeführten Daten sind zum großen Teil in dem Buch "Mein Heimatbuch - Erforschtes und Erlauschtes" des Oberlehrers Hans Hutt nachzulesen.

(2009_0215_130743.JPG; 838 kB)
In 2008/2009 wurde der Innenraum der St. Anna Kapelle durch die Dorfgemeinschaft Weppersdorf renoviert.  Der Chorraum wurde in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Am Sonntag, den 15. Februar 2009 konnten die Weppersdorfer wieder Gottesdienst feiern.